Die gute Qualität der Fleischprodukte beginnt bereits beim Landwirt. Ein guter und respektvoller Umgang mit den Tieren ist die wesentliche Voraussetzung, um hochqualitative Produkte zu produzieren. Das gilt insbesondere auch für den Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Erzeugung. Die Fleischwirtschaft setzt sich dafür ein, so weit wie möglich auf Antibiotika zu verzichten. Mit Erfolg: Seit 2011 hat sich die in der Nutztierhaltung eingesetzte Antibiotikamenge mehr als halbiert. [1]

Infografik_Antibiotika

Strenge gesetzliche Vorgaben

Generell unterliegt die Abgabe von Antibiotika an Nutztiere strengen gesetzlichen Regeln. Diese dürfen nur nach klarer Diagnose durch einen Tierarzt verabreicht werden. Fakt ist: Antibiotika spielen eine wichtige Rolle in der gezielten Behandlung einzelner erkrankter Tiere, werden aber so wenig wie möglich verabreicht. Seit mehr als 15 Jahren ist es gesetzlich verboten, dem Futter Antibiotika für bessere Wachstumsergebnisse beizumengen. Im Rahmen des neutralen Kontrollsystems „QS Qualität und Sicherheit“ hat die Fleischwirtschaft eine Vorreiterrolle eingenommen und den Einsatz von Antibiotika schon vor Erlass der gesetzlichen Regelung untersagt. Sollte der Tierarzt eine Antibiotikatherapie als sinnvoll erachten, muss vor der Schlachtung eine Wartezeit eingehalten werden, um Rückstände in Nahrungsmitteln zu verhindern. Daher sind Rind- und Schweinefleischprodukte heute, wie jährlich tausende von Laboruntersuchungen belegen, in Bezug auf Antibiotika nahezu rückstandsfrei. Die Daten werden seit 1989 unter anderem auch im Rahmen des jährlichen Nationalen Rückstandkontrollplans (NRKP) erhoben. Dazu werden Proben von lebenden Tieren (Blut, Harn) wie auch Fleischproben am Schlachthof ausgewertet und auf die Verwendung von unerlaubten Substanzen (Hormone, Tierarzneimittel, Umweltbelastungen) untersucht. [2]

Zusammenarbeit von Tierhaltern, Tierärzten und Fleischwirtschaft

In der Tier- wie auch Humanmedizin können durch den Einsatz von Antibiotika Resistenzen entstehen und die Antibiotika dauerhaft unwirksam werden. Die Fleischwirtschaft arbeitet daher im Rahmen des Kontrollsystems QS gemeinsam mit Tierhaltern und Tierärzten daran, Tiergesundheitsdatenbanken als Frühwarnsysteme zu etablieren. Die Idee: In der Datenbank werden Daten zu Antibiotikaeinsatz, Biosicherheit, Tierhaltung und Befunddaten so miteinander verknüpft, dass sich Zusammenhänge erkennen lassen. Die teilnehmenden Betriebe können damit noch frühzeitiger mögliche Schwachstellen erkennen und die Gesundheit ihrer Tiere auch ohne Antibiotikaeinsatz verbessern. Das engmaschige System zeigt klare Erfolge: In den Nutztierbetrieben im Rahmen des QS-Systems hat sich der Antibiotikaeinsatz seit 2015 um mehr als ein Drittel (35,6%) reduziert.[3] Denn gesunde Tiere benötigen keine Antibiotika.

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