Aktuelle Fragen und Antworten

Auf dieser Seite beantworten wir Ihre Fragen rund um unsere Branche. Haben Sie eine Frage, die hier nicht aufgeführt ist? Dann laden wir Sie ein, sich aktiv am Dialog zu beteiligen. Schicken Sie uns eine E-Mail an info@fokus-fleisch.de und wir beantworten diese gerne.


Die FAQs von Fokus Fleisch werden regelmäßig ergänzt und aktualisiert. Danke für Ihre Mithilfe! Sie tragen dazu bei, eine differenzierte Sicht auf unsere Branche zu ermöglichen.

  • Ist die deutsche Fleischwirtschaft auf Export ausgerichtet?

    Nein. In Deutschland wird kein Tier gezielt nur für den Export geschlachtet. Dass Teilstücke vom Rind und Schwein exportiert werden, hat einen ganz einfachen Grund: Eine möglichst nachhaltige und vollständige Verwertung des kompletten Tieres. Denn bei der Schlachtung eines Tieres entstehen unterschiedliche Teilstücke, aber nicht alle davon sind hierzulande so beliebt wie das Rinderfilet oder das Schweineschnitzel. Teilstücke wie z. B. Schweinepfoten oder Innereien werden in der Bundesrepublik kaum noch nachgefragt, stehen in anderen Ländern – zum Beispiel in Asien – aber oben auf dem Speiseplan. Daher ist der internationale Handel elementar, um möglichst alle Teilstücke eines Tieres sinnvoll und nachhaltig zu verwerten.

  • Ist die Fleischverarbeitung bei konventionellem Fleisch und Bio-Fleisch gleich?

    In Deutschland wird nicht zwischen Bio- und konventionellen Schlachtbetrieben unterschieden. Konventionell gehaltene Tiere und Tiere aus biologischer Haltungsform können im selben Schlachthof geschlachtet werden. Grundsätzlich gelten bei der Schlachtung für beide Haltungsformen die gleichen Anforderungen hinsichtlich Tierschutz und Fleischhygiene. Natürlich muss der Schlachthofbetreiber die Rückverfolgbarkeit des Fleischs gewährleisten und die Chargen nach „bio“ bzw. „konventionell“ trennen.

  • Kann man sich beim Verzehr von Fleisch mit Corona anstecken? Müssen sich Verbraucher jetzt Sorgen um ihre Gesundheit machen, wenn sie Fleischprodukte konsumieren?

    Nein. Fleisch ist ein sicheres und gesundes Lebensmittel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mehrfach betont, dass bislang kein einziger Fall bekannt ist, bei dem das Virus über Lebensmittel übertragen wurde. Eine Infektion mit SARS-Cov-2 über diesen Übertragungsweg ist dem Institut zufolge demnach höchst unwahrscheinlich. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Europäische Kommission unter Berufung auf die Erkenntnisse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Laut BfR können sich die Viren in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren; sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt.

  • Was unternimmt die Fleischwirtschaft, um sich vor einem Eintrag des Corona-Virus in das Unternehmen zu schützen?

    Oberste Priorität hat nach wie vor die Verhinderung des Vireneintrags in den Betrieb. Um das zu erreichen werden keine Personen mit Krankheitssymptomen in die Betriebe gelassen, Fiebermessung am Eingang ist obligatorisch. Die meisten Fleischwerke führen seit einiger Zeit selber risikoorientierte Corona-Tests bei den Beschäftigten durch. Urlaubsrückkehrer und Neueinstellungen werden immer getestet. Darüber hinaus haben die Betriebe der Fleischwirtschaft frühzeitig zusätzlich zu den bestehenden Hygienemaßnahmen weitere umfangreiche Sicherheits- und Infektionsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung ergriffen. Sie haben jeweils individuelle Sicherheitskonzepte in ihren Produktionsbereichen etabliert. Dazu zählen z. B. folgende Maßnahmen: Einrichtung zusätzlicher Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten, Einsatz von Mund- und Nasenschutz, veränderte Wegeführungen, Abstandslinien auf dem Boden u. v. m.. Die Betriebe stehen in regelmäßigem Austausch zum Gesundheitsamt.

  • Wie viele Werkvertragsnehmer gibt es in der deutschen Fleischwirtschaft?

    Leider gibt es keine Statistik, die die genaue Anzahl der Werkvertragsnehmer in der deutschen Fleischwirtschaft erfasst. Alles, was es dazu gibt, sind Schätzungen.

  • Welche Bedeutung haben Werkverträge für die Fleischwirtschaft?

    Der Einsatz von Werkverträgen zur Arbeitserledigung in der Fleischwirtschaft ist historisch gewachsen. Ursprünglich waren Einzelselbstständige an den zumeist kommunalen Schlachthöfen tätig. Mit dem Übergang in die Privatisierung und den Strukturveränderungen bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel vor Ort wurden Werkverträge seit 30 Jahren weit verbreitet zur Arbeitserledigung in der Fleischwirtschaft eingesetzt.

    Grundsätzlich gilt: Werkverträge sind keine Besonderheit der Fleischwirtschaft. 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland arbeiten hierzulande in unterschiedlichem Ausmaß mit diesem rechtlich zulässigen Instrument. Letztlich muss jedes Unternehmen für sich und seine Möglichkeiten entscheiden.

  • Welche Auswirkungen würde eine Abschaffung der Werkverträge mit sich bringen?

    Für die Unternehmen der Fleischbranche wird es eine große Herausforderung, genügend Arbeitnehmer zu finden und die komplette Personalorganisation und das Wohnungsmanagement in den Unternehmen aufzubauen.

    Wir hoffen, dass die Unternehmen bei diesem Prozess unterstützend begleitet werden. Bundesminister Heil hatte bereits angekündigt, dass die Bundesregierung im Zusammenwirken mit den Regierungen der Herkunftsländer transparente Wege vereinbaren möchte, die bei der Findung von Arbeitnehmern im Ausland helfen.

  • Entstehen durch das Verbot von Werkverträgen zusätzlichen Kosten für die Unternehmen der Fleischwirtschaft?

    Ob das der Fall ist und wenn ja, wie hoch diese Mehrkosten ausfallen, kann nicht pauschal für alle betroffenen Unternehmen beantwortet werden. Denn nicht alle Betriebe der Fleischwirtschaft arbeiten mit Werkverträgen. Somit sind auch nicht alle von dem Verbot betroffen. Die Situation ist in jedem Unternehmen der Branche sehr individuell, weswegen nur jedes Unternehmen selbst dazu eine Prognose abgeben kann. Für Unternehmen, die bisher mit einem bedeutenden Anteil Werkverträgen arbeiten, kommt auf jeden Fall zusätzlicher Aufwand für die Personalgewinnung und -verwaltung dazu. Das gilt auch dann, wenn das Lohnniveau unverändert bleibt. Die Löhne der in der Schlachtung Beschäftigten liegen überwiegend weit über dem Mindestlohn. Allein durch das Verbot der Werkverträge wird sich am Lohnniveau nicht zwingend etwas ändern.

  • Wirkt sich das Verbot von Werkverträgen auf die Verbraucherpreise aus?

    Da sich durch das Verbot von Werkverträgen per se nichts am Lohnniveau ändert, hat es keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Preise. Allerdings beinhaltet der Entwurf des neuen Arbeitsschutzkontrollgesetzes gleichzeitig ein Verbot der Arbeitnehmerüberlassung und ein Kooperationsverbot in der Fleischwirtschaft, wovon alle Unternehmen betroffen sein werden, unabhängig davon, ob sie bisher Werkverträge eingesetzt haben oder nicht. Durch das Zeitarbeitsverbot wird es massiv erschwert, saisonale Spitzen auszugleichen. Durch das Kooperationsverbot soll es zukünftig nicht mehr möglich sein, dass Unternehmen ihre Prozesse arbeitsteilig aufeinander abstimmen, wie das z.B. zwischen Schlachtbetrieben und Zerlege- bzw. Verarbeitungsbetrieben üblich ist. Sollte dieses Kooperationsverbot tatsächlich eingeführt werden, wird damit die Vielfalt der kleinen und mittelständischen Fleischbetriebe zerschlagen und die Anzahl der Unternehmen geringer. Die Verbraucherpreise würden dadurch tendenziell sogar sinken, da der Wettbewerb mit weniger aber größeren Unternehmen zunehmen wird. Dies kann von der Politik nicht gewollt und auch nicht Ziel des Gesetzes zum Arbeitsschutz sein.

  • Wie hoch ist der Personalkostenanteil in Schlacht- und Zerlegebetrieben?

    In der Schlachtung ist der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten gering, da dort relativ wenige Personen arbeiten und es dort einen relativ hohen Mechanisierungsgrad gibt. Zudem fallen hier erhebliche Gebühren für die amtliche Schlachttier- und Fleischuntersuchung an. In der Zerlegung sieht das anders aus. In einem Zerlegebetrieb arbeiten etwa fünf Mal so viele Personen für dieselbe Fleischmenge wie am Schlachtband. Den höchsten Anteil an den Gesamtkosten in allen Stufen der Fleischgewinnung und -bearbeitung hat jedoch das Tier bzw. Fleisch. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Betriebsstrukturen und Arbeitsorganisation in den Unternehmen ist Höhe der Personalkosten pro Kilogramm Fleisch von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

  • Für wie wichtig halten Sie das Erlassen von Corona-Regeln zum Schutz von Arbeitnehmern vor allem in der Fleischindustrie?

    Bundeseinheitliche Corona-Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer basierend auf dem jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnisstand sind sehr sinnvoll und wichtig. Das gilt für alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Zum einen, damit für die Unternehmen Klarheit darüber herrscht, welche Maßnahmen in ihren Betrieben notwendig und sinnvoll sind. Zum anderen sollten sie bundeseinheitlich geregelt sein, weil es keine Begründung dafür gibt, warum notwendige Maßnahmen für den Gesundheits- bzw. Infektionsschutz zwischen den Bundesländern unterschiedlich sein können.

  • Ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) gefährlich für Menschen?

    Nein, ASP ist für Menschen absolut ungefährlich. Eine Ansteckungsgefahr besteht nicht. Darauf verweist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Website: https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_afrikanischen_schweinepest__asp_-203338.html. Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse können weiterhin unbedenklich verzehrt werden.

    Die ASP ist eine für Haus- und Wildschweine hochansteckende Viruserkrankung. Sie wird vorrangig von Wildschweinen übertragen und ist für infizierte Schweine fast immer tödlich. Ausschließlich Wild- und Hausschweine können sich mit dem Virus anstecken. Für andere Haus- und Wildtiere stellt ASP keine Gefahr dar.

  • Welche Folgen hat ASP für die Fleischwirtschaft?

    Um den Fundort der infizierten Wildschweine herum wird ein gefährdetes Gebiet festgelegt, in dem Schutzmaßnahmen gemäß EU-Regularien und nationaler Schweinepestverordnung erlassen werden. Dies betrifft u.a. auch den Transport und die Schlachtung der Hausschweine in diesem Gebiet. Für alle übrigen Regionen des Landes ändert sich zunächst nichts.

    Die meisten Länder außerhalb der EU setzen für den Import von Schweinefleisch die ASP-Freiheit des Lieferlandes voraus, um den Eintrag des ASP in ihr Land zu verhindern. Deutschland hat den ASP-Freiheitsstatus mit dem ersten positiv auf ASP getesteten Wildschein verloren. Schweinefleisch-Lieferungen in Märkte wie China, Japan und Südkorea sind deshalb von heute auf morgen nicht mehr möglich. Da es sich bei den Exporten hauptsächlich um Teilstücke handelt, die hierzulande so gut wie nicht nachgefragt werden, aber bei der Schlachtung eines jeden Schweines anfallen, ist der gesamte Schweinefleischmarkt betroffen.

  • Wie wichtig ist Fleischverzehr für unsere Gesundheit?

    Fleisch liefert dem menschlichen Körper eine Vielzahl an Nähr- und Mineralstoffen, die wichtig für die Gesundheit sind. Kein anderes Lebensmittel deckt den Eisenbedarf des menschlichen Körpers so gut wie Fleisch. Zudem ist es für den Menschen ein wertvoller Eiweißlieferant, denn es ist reich an essentiellen Aminosäuren. Auch versorgt Fleisch den Menschen mit vielen B-Vitaminen. Das wichtige Vitamin B 12 kommt sogar ausschließlich in tierischen Produkten vor. Bei Schweinefleisch schlagen insbesondere die Vitamine B 1 und B 6 zu Buche. Vitamin B1 erfüllt wichtige Funktionen im Energie- und Kohlenhydratstoffwechsel. Vitamin B6 braucht der Körper für den Proteinstoffwechsel, für das Nervensystem sowie die Bildung von roten Blutkörperchen und Antikörpern. Auch der Gehalt der beiden Spurenelemente Zink und Selen in Fleisch ist im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln relativ hoch.

  • Leben Vegetarier länger als Fleischesser?

    Nach einer Langzeitstudie des Krebsforschungszentrums Heidelberg leben Vegetarier in der Tat länger als Menschen, die Fleisch essen. Viele Ernährungswissenschaftler wie Prof. Rolf Großklaus vom Bundesinstitut für Risikobewertung warnen jedoch vor falschen Schlüssen aus der Heidelberger Studie: Demnach beruht die längere Lebensdauer von Vegetariern nicht auf dem Fleischverzicht, sondern auf einer grundsätzlich gesünderen Lebensweise. So zeigen Umfragen, dass Vegetarier beispielsweise weniger Rauchen als der Durchschnitt der Bevölkerung, dafür aber körperlich aktiver sind. Im Rahmen einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung ist Fleisch laut nationaler Verzehrstudie nach wie vor unbestritten ein wichtiger Bestandteil für die Versorgung mit Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen; gerade Letztere können vom menschlichen Körper sehr viel besser aufgenommen werden als Mineralstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln.

  • Führt die Nutztierhaltung zum Anstieg der Treibhausgase?

    Nein. Die Emissionen aus der Landwirtschaft sind in Deutschland seit 1990 um über 20 % zurückgegangen. Mit Blick auf die gesamte europäische Landwirtschaft liegt der Rückgang laut Vergleichszahlen der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) sogar bei über 40 %.

  • Kann ich das Klima schützen, wenn ich meinen Fleischkonsum halbiere?

    Die Aussage, mit der Halbierung des Fleischkonsums könne man die Klimaziele erreichen, ist schnell getätigt. Sie ist jedoch stark vereinfacht. Eine Halbierung des Fleischkonsums, wie im Fleischatlas 2018 empfohlen, würde Deutschland laut der Landwirtschaftskammer Niedersachen dem Klimaziel um etwa einen Prozentpunkt näherbringen. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass ein geringerer Fleischkonsum einen Anstieg des pflanzlichen Nahrungsmittelbedarfs und der daraus resultierenden Emissionen mit sich bringen würde. Auch die University of California kommt mit einer Studie zu einem ähnlichen Ergebnis: Ein fleischfreier Montag von allen Amerikanern würde eine Reduzierung von nur 0,5 % der amerikanischen Treibhausgasemissionen ergeben. Im Gegensatz dazu würden Veränderungen in den Bereichen Technik, Genetik und Management die Nutztierhaltung weniger treibhausintensiv gestalten. Dafür spricht, dass laut FAO-Statistiken die direkten Treibhausgasemissionen der US-Viehhaltung seit 1961 um 11,3 % zurückgegangen sind, während sich die Produktion von Fleisch von Nutztieren mehr als verdoppelt hat. Fazit: Es ist wichtiger das Vorhandene zu optimieren, als grundsätzlich darauf zu verzichten.

  • Wie viel Wasser wird tatsächlich zur Produktion von 1 kg Rindfleisch verbraucht?

    Für die Berechnung des Wasserverbrauchs in der Fleischproduktion wird der sogenannte Wasserfußabdruck herangezogen. Er unterteilt Wasser in drei Kategorien: Trinkwasser, Schmutzwasser und Regenwasser. Erst der prozentuale Anteil der einzelnen Kategorien an der Gesamtwassermenge gibt Aufschluss darüber, wie hoch der Wasserverbrauch in einer Produktionskette wirklich ist. Die oft genannte Zahl von 15.000 Liter Wasser für 1 kg Rindfleisch setzt sich wie folgt zusammen: Schmutzwasser: 2,9 %, Regenwasser: 93,5 %, Trinkwasser: 3,6 %. Hinzu kommt: Das Wasser durchläuft einen ständigen Kreislauf und geht nicht verloren. Niederschlag versickert beispielsweise im Boden, wird von den Pflanzen absorbiert und wieder verdunstet – ein Prozess, der auch ohne Nutztiere stattfindet. Klammert man diese Faktoren aus der Berechnung aus, werden nach wissenschaftlichen Analysen ca. 550 bis 700 Liter Wasser für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch benötigt. Davon sind jedoch nur 50 Liter Trinkwasser.

  • Sind Fleischersatzprodukte wie In-Vitro-Fleisch besser für die Umwelt?

    Es ist die persönliche Entscheidung eines jeden Verbrauchers, ob er echtes Fleisch oder „Fleischersatzprodukte" verzehren möchte. Wichtig ist, dass er über die jeweiligen Produkteigenschaften und Produktionsmethoden informiert ist, bevor er diese Entscheidung trifft. Die Entscheidung für künstlich im Labor hergestelltes Fleisch wird oft mit Vorteilen für die Umwelt begründet. Die aktuell verfügbaren wissenschaftlichen Daten zeigen jedoch, dass dieses sogenannte „In-Vitro-Fleisch“ in Bezug auf seine Ökobilanz keinen nachweisbaren Umweltvorteil gegenüber echtem Fleisch bietet. Denn die Herstellung von Laborfleisch ist ein energieintensiver Prozess, bei dem u.a. auch Substanzen verwendet werden, die normalerweise nicht für die Fütterung von Tieren zugelassen sind.

  • Was genau versteht man unter Tierwohl?

    Der Begriff Tierwohl steht stellvertretend für die körperliche Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden insbesondere von Nutztieren. Viele Menschen sind besorgt über das Wohlergehen von Nutztieren und stellen diesen Aspekt in der Tierhaltung häufig in Frage. Die Fleischwirtschaft setzt auf einen guten und respektvollen Umgang mit den Tieren. Das Tierwohl ist heute Gegenstand breit angelegter wissenschaftlicher Forschung. Die Fleischwirtschaft nutzt neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, um das Tierwohl kontinuierlich zu verbessern. Daher arbeiten Landwirte und Schlachtbetriebe stets mit höchsten Standards, größtmöglicher Professionalität und strengsten Kontrollen. Denn dies ist unter anderem auch eine wesentliche Voraussetzung, um hochqualitative Produkte zu produzieren.

  • Werden in der Nutztierhaltung Antibiotika eingesetzt?

    Fakt ist: Auch Tierhalter müssen manchmal Antibiotika verwenden, wenn ihre Tiere an einer bakteriellen Infektion erkranken und gezielt behandelt werden müssen. Die Fleischwirtschaft setzt sich jedoch dafür ein, so weit wie möglich auf Antibiotika zu verzichten. Mit Erfolg: Seit 2011 hat sich die in der Nutztierhaltung verabreichte Antibiotikamenge mehr als halbiert. Generell unterliegt die Abgabe von Antibiotika an Nutztiere strengen gesetzlichen Regeln. Sie dürfen nur nach klarer Diagnose durch einen Tierarzt verabreicht werden. Sollte der Tierarzt eine Antibiotikatherapie als sinnvoll erachten, muss vor der Schlachtung eine Wartezeit eingehalten werden, um Rückstände in Nahrungsmitteln zu verhindern. Daher sind Rind- und Schweinefleischprodukte heute in Bezug auf Antibiotika nahezu rückstandsfrei. Seit mehr als 15 Jahren ist es außerdem gesetzlich verboten, dem Futter Antibiotika für bessere Wachstumsergebnisse beizumengen.

  • Ist das Tierwohl automatisch mehr gefährdet je größer ein Betrieb ist?

    Nein, im Gegenteil. Zwar werden in der öffentlichen Diskussion Tierhaltungsbetriebe oft wegen ihrer Größe und Anzahl der Tiere, die sie halten, als wenig tiergerecht eingestuft. Ein solcher Zusammenhang ist aus Sicht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wissenschaftlich aber nicht belegbar. Moderne Haltungs-, Fütterungs- und Managementsysteme ermöglichen vor allem stark spezialisierten Betrieben, jederzeit eine detaillierte, tierbezogene Analyse ihres Bestandes. Sie können damit bei möglichen Problemen deutlich früher und gezielter eingreifen. Nicht die Betriebsgröße ist also ausschlaggebend für Tierwohl und Tiergesundheit in der Produktion. Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen die Landwirte ihre Tiere großziehen. Denn es gibt kein per se gutes oder schlechtes Haltungssystem für Nutztiere.