Entscheidend ist das Teilstück
Ob Fleisch viel oder wenig Fett enthält, hängt nicht in erster Linie von der Tierart ab, sondern vom jeweiligen Teilstück. Während einige Stücke – etwa der Schweinenacken – einen vergleichsweise hohen Fettgehalt aufweisen, gehören andere zu den magersten Fleischstücken überhaupt.
Besonders fettarm sind beispielsweise das Schweinefilet oder der Schweinerücken Das Schweinefilet enthält nach Angaben des Max-Rubner-Instituts lediglich rund 3,0 Gramm Fett pro 100 Gramm und liefert gleichzeitig etwa 22,8 Gramm hochwertiges Eiweiß. Es eignet sich daher hervorragend für eine bewusste, proteinreiche Ernährung.
Daher sollte man bei Vergleichen zwischen verschiedenen Fleischarten darauf achten, dass man ernährungsphysiologisch ähnliche Teilstücke betrachtet.
Wer Wert auf eine ausgewogene Ernährung legt, muss auf Schweinefleisch also nicht verzichten. Mit der Wahl eines mageren Teilstücks lässt sich der Fettgehalt gezielt steuern, ohne auf Geschmack oder eine hochwertige Eiweißquelle verzichten zu müssen.
Schweinefleisch liefert hochwertiges Eiweiß
Wie andere Fleischarten liefert auch Schweinefleisch hochwertiges Protein mit allen essenziellen Aminosäuren. Eiweiß trägt zum Erhalt und Aufbau von Muskelmasse bei und erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen im menschlichen Körper.
Besonders magere Teilstücke wie Schweinefilet oder Schweinerücken verbinden einen hohen Proteingehalt mit vergleichsweise wenig Fett. Deshalb sind sie als Teil einer ausgewogenen Ernährung bestend geeignet.
Bedeutende Quelle für Vitamin B1
Ein Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion häufig übersehen wird, ist der Gehalt an Vitamin B1 (Thiamin).
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt Muskelfleisch – insbesondere Schweinefleisch – ausdrücklich als eine wichtige natürliche Quelle für Thiamin (1). Das Vitamin spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und unterstützt die normale Funktion des Nervensystems.
Wie relevant Schweinefleisch für die Versorgung mit Vitamin B1 sein kann, zeigt ein Beispiel der DGE: Sie führt 150 g Schweinefilet als Beispiel dafür an, wie sich der höchste Referenzwert für die tägliche Thiaminzufuhr von männlichen Jugendlichen (15 bis unter 19 Jahre) erreichen lässt (2).
Weitere wertvolle Nährstoffe
Neben hochwertigem Eiweiß und Vitamin B1 liefert Schweinefleisch weitere wichtige Nährstoffe. Dazu gehören unter anderem Eisen, Zink, Selen und Vitamin B12 (3).
Nach Angaben der DGE zeichnet sich Fleisch dadurch aus, dass viele dieser Nährstoffe vom Körper besonders gut aufgenommen werden können. Vitamin B12 kommt zudem in nennenswerten Mengen ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor.
Warum hält sich der Mythos?
Das Bild vom „fetten Schweinefleisch“ wird häufig von besonders fettreichen Teilstücken wie Nacken oder Bauch geprägt. Diese Zuschnitte sind vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern präsent und beeinflussen die Wahrnehmung der gesamten Fleischart.
Dabei gehören auch magere Teilstücke wie Filet, Rücken oder Schnitzel aus der Oberschale zum Schweinefleischsortiment. Sie unterscheiden sich deutlich von den klassischen fettreichen Zuschnitten.
Fazit
Die Behauptung, Schweinefleisch sei grundsätzlich fett, ist wissenschaftlich nicht haltbar.
Der Fettgehalt hängt vor allem vom jeweiligen Teilstück ab. Während einige Zuschnitte höhere Fettanteile aufweisen, zählen andere – etwa Schweinefilet oder Schweinerücken – zu den mageren Fleischstücken. Gleichzeitig liefert Schweinefleisch hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben ist sein Beitrag zur Versorgung mit Vitamin B1.
Nicht die Tierart entscheidet über den Fettgehalt – sondern das Stück Fleisch auf dem Teller.