Für die Betäubung von Schweinen kommen vor allem elektrische Verfahren sowie die Betäubung mit Gas zum Einsatz. Die Gasbetäubung mit CO2 ist das weltweit am weitesten verbreitete Verfahren. Alle derzeit eingesetzten Verfahren weisen Vor- und Nachteile auf. Daher forscht die Fleischwirtschaft ständig an der Weiterentwicklung und Verbesserung der Betäubungsmethoden.

Vorgehensweise
Bei der CO2 Betäubung werden die Tiere in einer Gondel in eine mit CO2 gefüllte Umgebung gefahren. Ein großer Vorteil der Methode ist, dass die Tiere beim Zutrieb nicht vereinzelt werden müssen und dadurch ein wesentlicher Stressfaktor für die Tiere wegfällt. Das Laufen in der Gruppe entspricht dabei dem natürlichen Trieb der Tiere. Die Methode ist zudem in der Anwendung besonders sicher, da der Betäubungsprozess von menschlichen Fehlereinflüssen frei ist und auch die technische Betriebsüberwachung der Anlage automatisiert ist. Die Betäubung hält zudem ausreichend lange an, so dass die Tiere bis Eintritt des Todes die Wahrnehmung nicht wiedererlangen. Zudem arbeiten alle Schlachthöfe in Deutschland mit einer deutlich höheren Konzentration des Gases sowie einer längeren Verweildauer als gesetzlich vorgeschrieben, um eine tiefe und sichere Betäubung der Tiere zu gewährleisten. Trotzdem konnte der Nachteil der Methode, der Umstand, dass die Tiere beim Eintreten in die CO2-Umgebung eine kurze Abwehrreaktion zeigen, bisher nicht vollständig abgestellt werden.

Um den Nachteil der CO2-Betäubung weiter zu verringern beteiligt sich die Fleischwirtschaft an einer Vielzahl von Forschungsprojekten in denen der Einsatz verschiedener anderer Gase (wie Argon, Helium oder Stickstoff - Details hierzu weiter unten) oder deren Beimischung getestet wird. Praxisreife Verfahren, die entscheidende Verbesserung erbrachten oder nicht andere gravierende Nachteile aufwiesen, konnten bisher weder in Deutschland noch in anderen Ländern der Welt entwickelt werden. Für ein weiteres Forschungsprojekt, begleitet von der Universität Göttingen, wurde in diesen Wochen die Praxisphase eingeleitet.

Alternativen haben sich nicht bewährt

Helium
Helium ist weltweit nur begrenzt verfügbar. Die begrenzten Ressourcen werden vor allem für die Humanmedizin verwendet. Zudem ist das Verfahren technisch kompliziert, da Helium leichter ist als Luft und somit schwer in einer definierten Umgebung zu halten ist. Zudem kommt es auch beim Einsatz von Helium vor dem Einsetzen der Narkose zu kurzen Abwehrreaktionen wie beim CO2, so dass das Verfahren keine wesentlichen Vorteile aufweist.

Argon
Der Hauptnachteil des Edelgases Argon ist die nur sehr kurz anhaltende Betäubungswirkung. Die Tiere wachen sehr schnell wieder aus der Narkose auf. Daher findet das Gas bei der Schlachtung keine Verwendung.

Stickstoff(schaum)
Der Einsatz von Stickstoff oder Stickstoffschaum hat sich in der Praxis als nicht geeignet erwiesen, da es auch hier zu Abwehrreaktionen kommt und er technisch fehleranfällig ist.

Praxisreife Verfahren, die entscheidende Verbesserung erbrachten oder nicht andere gravierende Nachteile aufwiesen, konnten mit den oben genannten Gasen bisher weder in Deutschland noch in anderen Ländern der Welt entwickelt werden. Deshalb hat die Fleischwirtschaft ein weiteres Forschungsprojekt - begleitet von der Universität Göttingen, aufgesetzt - das aktuell in die Praxisphase geht. Dabei wird eine Betäubung in 2 Phasen erprobt, wobei neben Kohlendioxid eine weitere Gasmischung zum Einsatz kommt.

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