Im Newsletter Nr. 10 konnte man den Eindruck gewinnen, das Resümee einer wissenschaftlichen Publikation zum Thema Gesundheitsauswirkungen des Fleischkonsums sei ein Zitat von Professor Joerg Meerpohl. Das möchten wir an dieser Stelle korrigieren. Professor Meerpohl war 2019 als Ko-Autor an dieser Publikation beteiligt, bei der ein internationales, 14-köpfiges Forscherteam zu der Einschätzung kam, dass die absolute Risikoreduktion, die durch einen reduzierten Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch zu erreichen ist, gering bzw. möglicherweise nicht vorhanden ist.

Die Autorengruppe sprach sich aus diesem Grund für eine schwache Empfehlung aus, dass Erwachsene ihren bisherigen Fleischkonsum beibehalten können (https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M19-1621). Diese Empfehlung wurde nicht von allen Autoren der Publikation getragen, was für uns aus der Veröffentlichung der Studie nicht ersichtlich war. Drei der Ko-Autoren sahen in den erhobenen Daten und weitergehenden Überlegungen ausreichend Argumente, für eine – ebenfalls schwache – Empfehlung, den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch zu reduzieren und machten dies in einem Minderheitenvotum deutlich. Dies ist auch die Position von Professor Meerpohl, Direktor des Instituts für Evidenz in der Medizin an der Universität Freiburg und Wissenschaftlicher Direktor der Cochrane Deutschland Stiftung. Professor Meerpohl stellt seine Sicht zu der Empfehlung in dieser Veröffentlichung des Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin ausführlich dar: https://www.ebm-netzwerk.de/de/medien/pdf/ebm-12_19_kvh_journal_fleisch.pdf